Der Präsident der Europäischen Vereinigung Eifel und Ardennen Franz Bittner zu dem Auftritt des Sinfonischen Blasorchesters am 25. Juli 2026 im Kulturzentrum Triangel St. Vith/Belgien.
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St. Vith, 25.07.2026
Meine sehr geehrten Damen und Herren, liebe Musikfreunde,
bevor das Konzert zu Ende geht, möchte ich noch einige Gedanken mit Ihnen
teilen. Was wir heute Abend erleben, das ist weit mehr als ein Konzert. Es ist ein
Stück gelebtes europäisches Miteinander.
Die jungen Orchestermusiker haben sich erstmals vor einer Woche in Kyllburg
getroffen. Sie stammen aus drei verschiedenen Ländern und sprechen eine
ähnlich klingende Sprache, sie haben verschiedene Lebensgeschichten und
unterschiedliche kulturelle Prägungen durch ihre Lebenswelten. Doch sie haben
etwas gemeinsam, das sie über Grenzen hinweg verbindet: die Musik.
Während einer Woche wurde gemeinsam geprobt, gelacht, diskutiert und
musiziert. Aus den einzelnen Persönlichkeiten ist eine Gemeinschaft entstanden.
Genau das ist der Wert dieser Begegnung – und genau dafür steht die
Europäische Vereinigung für Eifel und Ardennen seit mehr als 70 Jahren.
Das Orchester zeigt uns, wie Europa gelingen kann: Niemand muss seine eigene
Stimme aufgeben. Im Gegenteil – jede Stimme bleibt einzigartig. Erst das
respektvolle Zuhören und das harmonische Zusammenspiel machen aus vielen
Einzelnen ein großes Ganzes. Gerade deshalb macht diese Begegnung und dieses Konzert Hoffnung. Hoffnung,
dass die Verständigung stärker sein kann als Vorurteile. Dass Freundschaften
Grenzen überwinden. Dass junge Menschen gemeinsam Zukunft gestalten
können, denn unsere Zukunft ist das gemeinsame Miteinander!
Mit dem heutigen Konzert endet die Interregionale Jugendwoche für sinfonisches
Blasorchester 2026. Die Musik wird bleiben – durch die Erinnerung an das
gemeinsame Musizieren, an das Miteinander, an die Gespräche und durch die
Freundschaften, die in dieser Woche entstanden sind.
Mein herzlicher Dank gilt unseren Dirigenten, allen voran dem musikalischen
Leiter Daniel Heuschen, der seit vielen Jahren unermüdlich mit Schwung, großer
Kompetenz und auch mit viel Zuwendung für die Musikerinnen und Musiker
dieses Orchesterprojekt der EVEA leitet.
Dank auch an die beiden Gastdirigenten Miha Loncar und Florian Weber, der in
diesem Jahr erstmals mitwirkt. Sie haben die Erfahrungen aus ihrer eigenen
Orchesterarbeit in dieses Projekt eingebracht. Vielen Dank dafür!
Eine besondere Wertschätzung erfährt das Orchester in diesem Jahr durch die
Anwesenheit unseres Ehrendirigenten Prof. Patrick Jones, 10 Jahre von 1996 bis
2006 Gastdirigent, heute renommierter Musikpädagoge am Penn State College in
den USA. Er hat zusammen mit seiner Frau Karen die weite Reise angetreten, um
das Orchester bei allen drei Konzerten erleben zu können.
Zum guten Gelingen des gemeinsamen Miteinanders während der Woche und zu
deren Vorbereitung hat auch unser Betreuerteam wesentlich beigetragen: David
Buschmann und Luca Thielen hatten die verantwortliche Leitung, sie wurden in
diesem Jahr unterstützt von Annika Colljung, Seya Distave-Hult, Johanna Konz,
Julie Moura und Timo Telkes – allesamt auch zugleich Musiker des Orchesters.
Herzlichen Dank für euer Engagement!
Ein Dank gilt auch allen Organisatorinnen und Organisatoren, hier in Sankt Vith
insbesondere Ars Vitha und dem Triangel, den vielen ehrenamtlichen Helferinnen
und Helfern sowie unseren Partnern und Förderern. Ohne das Engagement vieler
gäbe es solch besondere Momente nicht.
Und nun zu euch, liebe Musikerinnen und Musiker,
ihr könnt sehr stolz darauf sein, was ihr durch eure Zusammenarbeit erreicht
habt. Ihr selbst habt gemeinsam Freude und Spaß erlebt, habt musikalisch
dazugelernt, habt zugleich durch die Konzerte auch vielen anderen Menschen
Freude bereitet. Als Dank nehmt ihr etwas mit: die Erinnerung, etwas erreicht zu
haben, was nur gemeinsam möglich ist.
Ich freue mich, dass wir euch diese Musikwoche, eines der größeren Projekte der
EVEA, ermöglichen konnten und ihr die Einladung zur Teilnahme wahrgenommen
habt. Auch Ihnen, verehrte Gäste, danke ich dafür, dass Sie diesen Abend mit uns
geteilt haben. Ihr Applaus ist nicht nur Anerkennung für eine musikalische
Leistung – er ist auch ein Zeichen der Wertschätzung für ein Europa der
Begegnung.
Ich möchte Ihnen noch einen Gedanken mit nach Hause nehmen:
Musik, das ist mehr als Physik, mehr als Schwingungen der Luft.
Musik kann ganz unterschiedliche Gefühle auslösen und bewirken:
- Freude, Begeisterung und auch Ektase – Marschieren der Soldaten
- Beruhigung, Trauer oder auch Trost spenden -
Im Orchester schafft Musik Vertrauen und Gemeinschaft, fördert Empathie,
gegenseitiges Zuhören und Rücksichtnahme.
Die Musik bei dem Konzert endet heute mit dem letzten Ton – aber das, was
bleibt, das kann sehr lange erhalten bleiben.
In diesem Sinne wünsche ich Ihnen und auch allen einen erfolgreichen Abschluss
des Konzerts, einen schönen Abend, eine gute Heimreise und freue mich auf ein
Wiedersehen – irgendwo in der Eifel oder in den Ardennen.
Vielen Dank.




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