lyrix/junge Lyrik

Kinder und Jugendliche entdecken die Welt der Lyrik.
Lyrikerin Safiye Can, Poetry Slamer Bas Böttcher und lyrix-Preisträger Martin Piekar machten Trier zur Metropole für junge Lyrik, 4.9. 2021
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Treffpunkt Hannover 2020

Bundeswettbewerb Lyrik - Hintergrund und Gewinnertexte

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„Lyrik trifft auf Nordlichter“

 

lyrix, der Bundeswettbewerb für junge Lyrik, ist auch 2021 wieder in den Trierer Museen zu Gast.

Auch in den Zeiten der Corona-Epidemie wollen wir die Lyrik-Woche durchführen, selbstverständlich unter Einhaltung aller Hygiene-Vorschriften.

Unter der Schirmherrschaft der rheinland-pfälzischen Bildungsministerin Dr. Stefanie Hubig finden zum Thema „Lyrik trifft auf Nordlichter“ vom 30.8.2021 bis 3.9.2021 elf Lyrik-Schreibwerkstätten für junge Leute statt.

Die Lyriker*innen Judith Hennemann, Safiye Can, Bas Böttcher und Martin Piekar leiten die Werkstätten, die im Rheinischen Landesmuseum, Museum am Dom, Museum Karl-Marx-Haus sowie Stadtmuseum Simeonstift stattfinden. Der Bundeswettbewerb lyrix wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert. Die Lyrik-Schreibwerkstätten zum Thema „Lyrik trifft auf Nordlichter“ werden von lyrix e.V., vom Kultursommer Rheinland-Pfalz, der Stadt Trier, dem Friedrich-Bödecker-Kreis e.V. und der Nikolaus Koch Stiftung unterstützt.

Auch dieses Mal bieten Exponate aus den Trierer Museen den Schreibenden Inspiration für eigene Gedichte. Zu dem Monatsthema, einer Zeile aus einem Gedicht von Judith Hennemann, können junge Leute zwischen 10 und 20 Jahren Gedichte online einsenden: www.bw-lyrix.de.

Die Lyriker*innen Judith Hennemann, Safiye Can, Bas Böttcher und Martin Piekar stehen bei den Schreibworkshops in den vier beteiligten Museen mit Tipps und Tricks zur Seite. 

Am 1.9.2021 von 10:00 bis 11:00 Uhr findet die offizielle Eröffnung der Lyrik-Woche ,,Lyrik trifft auf Nordlichter“ im Stadtmuseum Simeonstift an der Porta Nigra statt.

Anschließend gibt es vier Lyrik-Schreibwerkstätten mit Judith Hennemann, Safiye Can, Bas Böttcher und Martin Piekar in den beteiligten Museen. Die weiteren Lyrik-Schreibwerkstätten verteilen sich über die Woche und finden in allen beteiligten Museen in Trier statt.

 

Zu allen Schreibwerkstätten und der offiziellen Eröffnungsfeier können sich Schulen und einzelne Schülerinnen und Schüler bei Malte Blümke unter  malte.bluemke@outlook.com oder den beteiligten Museen anmelden. Die Schreibwerkstätten sind jeweils mit Führungen in den Museen zum Thema „Lyrik trifft auf Nordlichter“ verbunden. Die Schreibwerkstätten und der Eintritt sowie die Führungen in den Museen sind kostenlos. 

Auch wer nicht an den Schreibwerkstätten teilnimmt, ist eingeladen beim Bundeswettbewerb lyrix mitzumachen. Das Monatsthema im Rahmen von „Lyrik trifft auf Nordlichter“ findet sich ab dem

1. September 2021 online auf www.bundeswettbewerb-lyrix.de, als zusätzliches Angebot gibt es, wie jeden Monat, Unterrichtsmaterial zu dem Monatsgedicht. Alle jungen Leute zwischen 10 und 20 Jahren können mitmachen. Auf die Jahresgewinner wartet eine Berlinreise mit Lyrik-Lesungen und professionellen Schreibwerkstätten.

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„Die Welt braucht pinkfarbene Schattierungen“

Lyrikerin Safiye Can, Poetry Slamer Bas Böttcher und lyrix-Preisträger Martin Piekar machten Trier zur Metropole für junge Lyrik

 

„Die Welt braucht pinkfarbene Schattierungen“ ist ein Vers aus dem Gedicht „Masterplan“ von Safiye Can und dient für lyrix, den Bundeswettbewerb für junge Lyrik, als Leitmotto für das September-Thema 2019. Bei der Eröffnung der Trierer Lyrik-Woche stellten achtzig Schülerinnen und Schüler aus Trier, der Eifel und von der Saar das beschauliche Museum am Dom völlig auf den Kopf und setzten Museumsleiter Markus Groß-Morgen in Erstaunen.

Safiye Can war selbst zur offiziellen Eröffnung der Lyrik-Woche nach Trier gekommen und stellte klar, dass sie auch keinen Masterplan gegen die in ihrem Gedicht thematisierten „Schwemmungen, Ernteausfälle, Wassermangel, Konsumverhalten und Überfischung der Meere“ habe.

Mit dem Hinweis „auf pinkfarbene Schattierungen“, „ozeanblaue Leinenservietten“ sowie „Plüschtiere“ wolle sie jedoch einen Gegenakzent setzen und forderte die jungen Leute auf, sich zu engagieren und in eigenen Gedichten einen Masterplan zu entwerfen.

 

Thomas Schmitt für die Stadt Trier und Bernhard Bremm für das Bildungsministerium Rheinland-Pfalz lobten den lyrix-Wettbewerb, sagten die Unterstützung durch die Stadt Trier und die Trierer Museen und von Bildungsministerin Dr. Stefanie Hubig zu, nahmen die Impulse von Safiye Can auf und stellten die Verbindung zu dem Kultursommerthema „Heimat(en)“ her. Ohne Klimaschutz gebe es keine Heimat und der im Gedicht genannte „Schutzengel“ werde durch den Schutzengel von Ivo Piazza als Leitexponat des Museums für das lyrix-September Thema dargestellt. 

 

Für die Schülerinnen und Schüler der 8. Klasse des Thomas-Morus-Gymnasiums Daun eröffnete Safiye Can im Museum am Dom ihren Dichter-Club und gab jedem fertigen Gedicht ihren selbst entworfenen Gedichte-Siegel.

 

Für die fortgeschrittenen jungen Lyriker aus der Schreibwerkstatt „Junge Stimmen der Vulkaneifel“ von Hanna Jansen, darunter auch die lyrix-Monatssiegerin im März 2019 Raya Baumann aus Daun, gab es wertvolle Tipps und Schreibimpulse in der Lyrik-Werkstatt von Martin Piekar.  

 

Bas Böttcher, Wortkünstler und erster Deutscher Meister im Poetry Slam, thematisierte in seinem wunderbaren Poetry Slam Gedicht „Die Macht der Sprache“ und entführte die Schülerinnen und Schüler aus Saarburg mit Museumleiter Dr. Marcus Reuter und Katharina Ackenheil nach der Eröffnungsveranstaltung in das Rheinische Landesmuseum, um dort Poetry Slam Gedichte zu schreiben und zu vertonen. 

 

Marin Piekar und Malte Blümke, beide Mitglied der lyriy-Bundesjury, verwiesen auf die relativ kurze lyrix-Geschichte von 2008 bis 2011. Quantitativ und qualitativ ist es eine Erfolgsgeschichte geworden. Mit rund 11.000 Gedichten ist der lyrix-Wettbewerb einer der erfolgreichsten Schülerwettbewerbe überhaupt. Die Preisträgergedichte warten mit zahlreichen stilistischen und thematischen Innovationen auf. Die lyrix-Gedichte zeigen ein Qualität, Leidenschaft, Kreativität und sprachliche Intensität, die einem die Sprache verschlagen. Lyrix ist es gelungen, die Tür zum Klassenzimmer zu öffnen

 

Mit großem Engagement und professioneller Unterstützung durch Safiye Can, Bas Böttcher und Martin Piekar fanden in der Lyrik-Woche sieben Schreibwerkstätten mit thematischen Museumsführungen im Rheinischen Landesmuseum, Museum am Dom, Museum Karl-Marx-Haus sowie Stadtmuseum Simeonstift für Schülerinnen und Schüler aus Daun, Saarburg, Schweich, Trier und Morbach statt. Der Bundeswettbewerb lyrix wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert, die Lyrik-Schreibwerkstätten zum Thema „Heimat(en)“ wurden  von der Stadt Trier und der Nikolaus Koch Stiftung unterstützt.  Zu den jeweiligen Monatsthemen, im September 2019 einer Zeile aus Safiye Cans Gedicht-Collage „Masterplan“, können junge Leute zwischen 10 und 20 Jahren Gedichte online einsenden: www.bundeswettbewerb-lyrix.de Auf die Jahresgewinner wartet eine Berlinreise mit Lyrik-Lesungen und professionellen Schreibwerkstätten.

 

 

                Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Eröffnungsveranstaltung zu „Lyrik begegnet                           Heimat(en)“ im Museum am Dom im Rahmen des Bundeswettbewerbs für junge Leute                         „lyrix“. Im Vordergrund die Lyrikerin Safiye Can, Bas Böttcher und Martin Piekar. Im                                   Hintergrund der Trierer Dom. Foto: Gabriela Blümke-Haferkamp

 

Im Mai 2018 kommt lyrix, der Bundeswettbewerb für junge Lyrik, zum ersten Mal nach Luxemburg. "Der Morgen war von heller Röstung" heißt das Thema im Mai. Mit dabei als Inspiration das Gedicht von Guy Helminger "Vor der Tasse" und die Kaffekanne Letzeburg City Museum, Luxemburg. Mehr dazu unter

Zum zehnjährigen Jubiläum war lyrix, der Bundeswettbewerb junge Lyrik,  auf der Leipziger Buchmesse 2018 mit zahlreichen Lesungen vertreten​

Julia Weber, lyrix-Bundes-preisträgerin 2017 und 2018, aus Rheinland-Pfalz, bei ihrer Lesung am Stand von Deutschlandfunk.

Auf der Frankfurter Buchmesse 2017 war lyrix/junge Lyrik wieder stark mit mehreren Lesungen am Stand von Deutschlandfunk und im Literaturhaus Frankfurt vertreten. Die diesjährige Preisträgerin Julia Weber aus Rheinland-Pfalz las Ihr Preisträgergedicht "T-Shirt-Tage" zusammen mit den Preisträgerinnen Gerrit-Freya Klebe, Alison Kuhn und dem Alumni Martin Piekar.

Oktober 2017

Das Foto zeigt (v.l.n.r.) Alison Kuhn, Gerrit-Freya Klebe und Christian Sülz von Deutschlandfunk am Stand von Deutschlandfunk auf der Frankfurter Buchmesse

Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Eröffnungsveranstaltung des Bundeswettbewerbs für junge Lyrik für den Monat September 2017 im Brunnenhof des Stadtmuseums Simeonstift an der Porta Nigra.

Junge Lyrik im Luther-Jahr

10. September 2017

„lyrix“, der Bundeswettbewerb für junge Lyrik des Bundesbildungsministeriums, war unter der Schirmherrschaft von Bildungsministerin Dr. Stefanie Hubig im Rheinischen Landesmuseum, Museum am Dom und Stadtmuseum Simeonstift Trier zu Gast. Zur beeindruckenden Eröffnung des Bundesgedichtwettbewerbs „lyrix“ für den Monat September waren mehr als 100 Schüler, Lehrer und Ehrengäste in das Trierer Stadtmuseum Simeonstift an der Porta Nigra gekommen.

 lyrix-Bundespreisverleihung am 23. Juni 2017

(v.l.n.r.) Heinz-Peter Meidinger, Bundesvorsitzender des Deutschen Philologenverbandes, Dr. Irina Erhardt, Bundesministerium für Bildung und Forschung, Moritz Schlenstedt,

lyrix-Preisträger/Ingelheim, Julia Marie Weber, lyrix-Preisträgerin/Rabanus-Maurus-Gymnasium Mainz, Malte Blümke, Vorstand lyrix e.V. und lyrix-Bundesjury bei der lyrix-Bundespreisverleihung in der Akademie der Künste in Berlin.

Bildungsministerin Stefanie Hubig gratulierte Preisträgern aus dem Land im Bundeswettbewerb für junge Lyrik

6. September 2017

 

Mit Julia Marie Weber (Mainz) und Moritz Schlenstedt (Ingelheim) kommen wieder zwei von insgesamt zwölf Preisträgern im bundesweiten „lyrix“-Gedichtwettbewerb aus Rheinland-Pfalz. Sie wurden im Sommer 2017 in Berlin in der Akademie der Künste ausgezeichnet und hatten die Chance, an professionellen „lxrix“-Workshops teilzunehmen, bei denen sie mit prominenten Autorinnen und Autoren zusammentreffen konnten.

Bildungsministerin Dr. Stefanie Hubig gratulierte Julia Marie Weber und Moritz Schlenstedt herzlich: „Das Verfassen eigener Gedichte erfordert nicht nur sehr viel Kreativität, sondern auch vor allem Sprachgefühl. Dies haben die Preisträgerin und der Preisträger überzeugend unter Beweis gestellt. Die Auszeichnung im Rahmen des „lxrix“-Wettbewerbes ist eine tolle und verdiente Anerkennung.“

Mit dem bundesweiten Wettbewerb „lyrix“ tragen der Deutschlandfunk, der

Deutsche Philologenverband, der Friedrich-Bödecker-Kreis und der

Deutsche Museumsbund dazu bei, junge Menschen im Altern von 10 bis 20 Jahren für Lyrik zu begeistern. Mit mehr als 10.000 Gedichten, die über die Jahre als Wettbewerbsbeiträge eingereicht wurden, zählt das „lyrix“-Projekt heute zu den besonders erfolgreichen Schülerwettbewerben in Deutschland.

An den zahlreichen Schreibwerkstätten in Rheinland-Pfalz mit professionellen

Autorinnen und Autoren wie Bas Böttcher, Josefine Berkholz, Manfred Schlüter, Nevfel Cumart, Jürgen Jankofsky, Dorian Steinhoff, Manfred Theisen und Georg Bydlinski haben in den letzten Jahren Hunderte von jungen Nachwuchslyrikerinnen- und lyriker aus Rheinland-Pfalz teilgenommen, so dass das gute Abschneiden auf Bundesebeneals „lyrix“- Monatssieger und Jahressieger kein Zufall ist.

Preisträgergedichte:

Du bist wie Salz (Weg zur Kapelle)

Moritz Schlenstedt

1996, Thema: Zwischen Gut und Böse

Die Anmut deiner Finger

wenn sie von Stirn zu Brust

Schulter zu Schulter

verstohlen Zeichen setzen

Dein Duft von Quitten

Der Dutt auf deinem Kopf, der mich

mit einflicht

(Mit dir voran sind meine Schritte fester)

Die Fürsorge deiner Augen

wenn sie von Vater zu Mutter

Kind zu Kuppel

über Sandstein streifen

Dein blaues Kleid

Die letzte Herbstsonne

die ich hinter die Kapellenfenster denke

Der Frost in deinen Augen

die Kühle des Gestühls

die Unerbittlichkeit deiner Hände

wenn du sie in meine schränkst

pochen mit unserer Einkehr

überbeben den Verlust

Du bleibst wie Salz auf unserer Trauer

T-Shirt-Tage

Julia Marie Weber

1996, Thema: was fehlt

einmal klingelte Frau D. und ich kam

in ihr Zimmer um sie zu fragen was

ihr denn fehle

sie saß im Rollstuhl vor ihrem Kleiderschrank der

geöffnet war eine Seite davon verdeckte ihr Gesicht

und sie sagte Tage

um diese T-Shirts zu tragen und sie zeigte auf

ihren Schoß in dem gestreifte karierte

unifarbene gepunktete T-Shirts lagen

ihr Gesicht erschien hinter der Schranktür

wenn Sie wüssten das wäre Ihr letzter Tag

könnten Sie sich dann entscheiden welches

Sie tragen würden

ich schluckte ihre Augen sahen ganz verglimmt aus

und ihre Stimme klang heiser so heiser wie eine

junge Stimme klingen kann

ich fuhr sie ins Bad und sehr sehr lange

sah sie sich im Spiegel an

zählte die T-Shirts und die Tage die es

gegeben hatte um sie zu tragen und die

an denen sie keins davon getragen hatte weil es

zu kalt gewesen war

am nächsten Tag starb sie es war Winter

Dezember vor einem Jahr Flocken fielen

die Tannen hoben ihre Äste wie Arme

und es wäre zu kalt gewesen

um T-Shirts zu tragen