Friedrich-Bödecker-Kreis im

Land Rheinland-Pfalz und in Luxemburg e.V.

Vorsitzender Malte Blümke,

Saarstraße 21, 54290 Trier,

Tel. 0651-9941437, Handy 0177-6114811,

Email: fbk.rpl@outlook.com 

www.fbkrpl-boedecker-kreis.com

© 2017 by Malte Blümke

Junge Talente schreiben

„Junge Talente schreiben“ (JTS)

Der Friedrich-Bödecker-Kreis im Land Rheinland-Pfalz und in Luxemburg e.V.

(FBK RPL) führt mit der Nikolaus Koch Stiftung von 2019 bis 2021 das neue Projekt „Junge Talente schreiben“ (JTS) in der Region Trier (Eifel, Mosel, Saar, Hunsrück) durch. Wir wollen junge Leute an die Literatur heranführen und Ihnen Gelegenheit geben, die moderne Kinder und Jugendliteratur durch die lebendige Vermittlung unserer Kinder- und Jugendbuchautoren kennen zu lernen und sich selbst mit eigenen Schreibversuchen zu erfahren.

Schulen und außerschulische Bildungseinrichtungen können sich ab dem 1.1.2019 für das Projekt bewerben.

Kontaktdaten

Friedrich-Bödecker-Kreis im Land Rheinland-Pfalz und in Luxemburg e.V.

Saarstraße 21

54290 Trier

http://www.fbkrpl-boedecker-kreis.com

eingetragener, gemeinnütziger Verein

Ansprechpartner

Malte Blümke, Vorsitzender

Saarstraße 21

54290 Trier

Tel.: (0651-9941437)

Mobil: (0177-6114811)

E-Mail: malte.bluemke@outlook.com ; fbk.rpl@outlook.com

Projektstart: 1. Januar 2019

Durch Schreibwerkstätten und Autorenbegegnungen mit professionellen Kinderund

Jugendbuchautoren sollen neue Gruppen von Lesern und Schreibern

erschlossen werden und Kindern und Jugendlichen die Welt der Literatur eröffnet

werden. Wir wollen die Lesemotivation und die Lese- und Schreibfähigkeiten von

Kindern und Jugendlichen und deren persönliche Entwicklungen fördern.

Das Projekt ist in den Bereich Bildung einzuordnen. Denn es geht durch den Kontakt

von Kindern und Jugendlichen mit den Autoren im Rahmen der geplanten

Schreibwerkstätten und Autorenbegegnungen um die literarische Bildung von

Kindern und Jugendlichen im Alter von acht bis zwanzig Jahren. Das Projekt wird in

enger Abstimmung mit Schulen und Museen und außerschulischen

Bildungseinrichtungen durchgeführt, geht jedoch weit über deren Bildungsauftrag

hinaus. In den Schreibwerkstätten wollen wir Kinder und Jugendliche an die Formen

der literarischen Sprache heranführen und sie zu eigenen literarischen Gestaltungen

motivieren und befähigen. Die wichtigste Zielsetzung ist es, den Kindern und

Jugendlichen die Scheu vor der literarischen Sprache zu nehmen und sie

schrittweise zum kreativen Umgang mit Sprache zu führen. Durch den Kontakt mit

den professionellen Autorinnen und Autoren lernen die Kinder und Jugendlichen die

Arbeitsweise von Profis kennen und erhalten während den Schreibwerkstätten und

danach durch die Autoren und die begleitenden Fach- und Lehrkräfte gezielte

Rückmeldungen, die sie zu eigenen Schreibversuchen befähigen. Das Projekt

„Junge Talente schreiben“ setzt zunächst einmal sehr niederschwellig an.

Wir wollen auch bildungsbenachteiligte Kinder und Jugendliche und Kinder und

Jugendliche mit Migrationshintergrund erreichen und können hier an unsere

erfolgreichen Kultur-macht-stark Projekte „Flieg, mein Pinguin flieg!“ und „Unterwegs

mit dem Lesetroll“ und die Projekte des Bundesverbandes der Friedrich-Bödecker-

Kreise e.V. „Heimat in der Fremde“, „Begegnung der Kulturen“ und „Meine Sprache,

deine Sprache“ anknüpfen.

Insofern sind die Schreibwerkstätten stärker prozessorientiert.

Allerdings verfolgen wir mit unserem Projekt auch den ambitionierten Anspruch,

Kinder und Jugendliche zu befähigen, an dem lyrix-Bundesgedichtwettbewerb und

dem Bundeswettbewerb „Treffen junger Autoren“ teilzunehmen und eigene Gedichte

und Geschichten zu verfassen. Auch hier können wir auf eine zehnjährige Tradition

zurückgreifen, in der es uns immer gelungen ist, junge Leute aus Rheinland-Pfalz zu

Preisträgern in den beiden o.g. literarischen Bundeswettbewerben zu machen.

Lesen und Schreiben können sind Basiskompetenzen, die es zu beherrschen gilt, um

Zugang zu Bildung zu sichern und am gesellschaftlichen Leben teilzuhaben und es

aktiv gestalten zu können. Lesen ist nicht nur eine geistige Technik , sondern

erfordert und setzt komplexe Hirntätigkeiten in Gang, insbesondere Prozesse des

sich selbst Verstehens. Um Literatur lesen und verstehen zu können, braucht es

hoch entwickelte Fähigkeiten. Dabei wohnen vornehmlich literarischen Texten jene

Potenziale inne, die nicht allein intellektuellen, sondern auch emotionalen und

zwischenmenschlichen Kenntnissaufbau befördern.

Literatur lesen und verstehen zu lernen bedarf des kontinuierlichen und kompetenten

Umgangs mit den Werken der Autor*innen und den Austausch über Gelesenes.

Dafür reicht der Schulunterricht keineswegs aus. Kommt hier doch vor allem der

moderne, sich gezielt an die jungen Generationen richtende Bereich der Kinder- und

Jugendliteratur in der Regel zu kurz. Literatur, die ihre Lebenssituationen in den Blick

nimmt, Literatur, welche sich ihren Themen widmet, sich mit ihren Werten und

Orientierungen auseinandersetzt und sich innerhalb einer komplexen Medienwelt

immer wieder neu erfindet. Diese Literatur zu entdecken, Interesse zu wecken, sich

in ihr wiederzufinden und die Autor*innen dieser Literatur zu treffen, all dies soll

Türen öffnen, zur Persönlichkeitsbildung beitragen und anregen, eigene

Schreibversuche zu wagen und vielleicht zu verstetigen.

Ausgangspunkt stellt die wissenschaftliche Untersuchung „Autorenbegegnungen in

der Grundschule und Sekundarstufe I: eine empirische Untersuchung zu den

Auswirkungen auf die Lesemotivation und das Leseverhalten“, erarbeitet von der

Universität Dortmund im Auftrag des Bundesverbandes der FBK dar. In der

Zusammenfassung der Erkenntnisse heißt es u. a.: „Unsere Ergebnisse belegen in

weiten Teilen, dass das authentische Erleben einer Autorenbegegnung eine

gesteigerte Lesemotivation bewirken kann. Die in der Ausgangsfrage genannte

Nachhaltigkeit von Autorenbegegnungen lässt sich hingegen nicht an einer

singulären Lesung festmachen. Einen nachhaltigen Effekt wird man unseres

Erachtens nur durch kontinuierlich stattfindende Autorenbegegnungen mit einer

sinnvollen Vor- und Nachbereitung erreichen können.“ (siehe „Lebendige Literatur“…

Westermann-Verlag, 2008).

Inhaltlich können sich die Schreibwerkstätten beispielsweise auf Phänomene wie

Mobbing, Gewalt, Verlustgefühle nach Trennungen oder Zukunfts- und

Versagensängste, Ausgrenzung und Neid beziehen; natürlich auch auf die für junge

Leute überaus zentralen Belange wie Freundschaft, Liebe, virtuelle Kontakte, Musik,

Sport, Heimat, Partys, Spaß haben etc. Schreibwerkstätten können verschiedenste

literarischen Genres wie Erzählung, Bericht, Interview, Krimi, Fantasy, Lyrik, etc.

bedienen und geben der Verknüpfung mit anderen Künsten oder Medien (z. B.

Poetry Slam, Musik, Hör-/Theaterstück) Raum. Darin eingebunden sind die

Vermittlung von literarisch-ästhetischen Mitteln und Methoden, wie sie in den

unterschiedlichen Genres zum Einsatz kommen.

Der Lernvorgang eines jeden Kindes ist aktiv, individuell und eigenständig – aber

abhängig von der sozialen und medialen Lernumgebung. In der Schaffensphase liegt

auch das Augenmerk der Werkstattgestalter*innen auf Kindern und Jugendlichen, die

verstärkte Aufmerksamkeit benötigen: Literaturvernachlässigte und leseungewohnte

Kinder und Jugendliche. Es soll erreicht werden, dass gerade diese Teilnehmer sich

auch in einer Schreibwerkstatt wohlfühlen, ankommen, etwas Eigenes schaffen und

Erfolge feiern, ohne das Gefühl zu haben, hier eine Sonderrolle einzunehmen.

Die Schreibwerkstätten richten sich an aktuellen pädagogischen Erkenntnissen aus:

Hier wird ohne Leistungs- und Ergebnisdruck eher spielerisch an Sprache und Texte

herangeführt. Die Lust an der eigenen Kreativität wird geweckt und es gibt vielfältige

Möglichkeiten, diese auszuleben. Die Teilnehmer erhalten die Chance der

Partizipation an der Ausgestaltung des Gesamtprozesses und finden im Endprodukt

ihre eigenen Ideen umgesetzt. Im Sinne non-formaler Bildung fungiert der/die

Autor*in als Werkstattleiter eher lenkend und anregend, nicht belehrend. Die

Eigenmotivation der Teilnehmer und die Lernprozesse in der Gruppe sind Antrieb

und Motor aller Werkstatttage.